10. Reisetag: Esztergom-Bubánatvölgy – Szob – Budapest (5 + 13 km)


Der Wecker klingelte wieder pünktlich gegen 8:00 und bevor wir tatsächlich aus dem Fenster schauten, waren wir ja voller Optimismus, dass das Wetter mit uns sei. Nix da! Weil es den ganzen gestrigen Tag nicht wirklich abregnen wollte, war also nix mit Sonnenschein. Da war diesmal wirklich „guter Rat teuer“. Naja, es half ja aber nix, wir mussten an diesem Tage bis Budapest kommen. Da es doch nur um die 14 °C Außentemperatur „warm“ und plätscherisch war, fiel die Entscheidung, doch in den Zug zu steigen und gen Budapest chauffiert zu werden. Es gab die Wahl, entweder zurück bis direkt nach Esztergom zu radeln, oder in Richtung Budapest nach Szob zu radeln, um auf dieser Strecke trotzdem etwas vom Donauknie sehen zu können.
Also die Regenhüllen über die Radeltaschen gezogen, Regenjacken an und kräftig in die Pedale getreten – es sollten ja nur 4,8 km bis zur Fähre Pilismarót – Szob sein. Diese verliefen aber direkt auf der Landstraße, somit gab es auch so manche Pfützen, durch die wir mussten oder ein paar Autofahrer mussten ziemlich direkt an uns vorbeifahren, was die Fahrt nicht so gemütlich machte. An der Fähranlegestelle angekommen, trafen wir auf weitere 6 Radler, die auf die Fähre warteten. So warteten auch wir im Trockenen in der bereits geöffneten Gaststätte. Didi nutzte die Gelegenheit für einen Kaffee und kleine Happen. Man tauschte sich mit den anderen Radlern ein wenig aus.

Endlich konnte es auf die Fähre gehen. Dank des „tollen“ Wetters kam einem der Eindruck auf, man wäre auf hoher See. Am linken Donauufer ging es auf schnellstem Wege zum Bahnhof. Die anderen Radler wählten das „Es wird geradelt, komme was da wolle!“ – Programm und trotzten dem Regen. Leicht durchnässt und angefroren, wurden die Zugtickets nach Budapest besorgt und unser Zug stand schon da und wir konnten diesen schon in Beschlag nehmen und uns ein wenig aufwärmen.

Während der Fahrt war die Klimaanlage aktiv, aber eher in Sachen Kühlung statt wohlige Wäme zu spenden. In Budapest auf dem Westbahnhof angekommen, war es zumindest mir dann noch richtig kalt geworden → der Gang zum Kaffeeautomaten war unumänglich. Didi nahm einen „großen“ Kaffee und ich eine heiße Schokolade. Mh, mein Becher wahr voll. Bei Didi kam nur die halbe Menge raus. Da machte es bei mir Bing und ich musste ihm verklickern, dass in Ungarn die Standard-Kaffeemengen nicht so üppig ausfallen wie in Deutschland 🙂


Da Didi am übernächsten Tag seine Heimreise aber auf dem Ostbahnhof antrat und mein zunächst ausgewählter Campingplatz jedoch gute 8 km davon entfernt lag, das Wetter noch immer nicht zum Zeltaufbau einlud, entschieden wir uns für die Fahrt zunächst zum Ostbahnhof und traten wieder in die Pedale. Es ist schon nicht ganz ohne, bei Regen aufs Navi, den Verkehr und dem Hintermann zu achten. Na wenigstens zufällig am Heldenplatz vorbei, den Didi mit guter Kombinations- und Auffassungsgabe gleich richtig benannte, ohne diesen vorher gekannt zu haben. In Ostbahnhofnähe suchten wir eine Unterkunft, wir fanden ein günstiges Appartmenthotel, von dem aus wir es nicht weit zum Bahnhof hatten und Didi somit seinen Zug problemlos erreichen würde.

Erstmal wieder etwas eingerichtet, Internet und News von den Familien gecheckt. Raus aus den nassen Klamotten und warm geduscht, ging es dann gegen 19:00 rum – der Regen ließ endlich deutlich nach – nochmal vor die Türe, frische Stadtluft schnappen und wir liefen den Rákoczi Weg nochmal gemütlich im Bummelmodus Richtung Ostbahnhof entlang, um die Aussagen der Vermieterin bzgl. benütigter Zeit zu überprüfen. In einer Fastfodkette gab es erstmal Mittagessen (nach 19:00!) und nach dem Bahnhofsbesuch sogar noch zu einem Chinesen (das tatsächliche Abendbrot), bei dem ich deutlich an meine Füllungsgrenzen kam – aber man gönne sich ja sonst nichts. Es fiel auch generell auf, dass doch mittlerweile zumindest in der ungarischen Hauptstadt einige Asiaten leben und ihre kleinen Geschäfte zu haben scheinen und am Ende besser ungarisch sprechen als ich. Didi wiederum staunte, dass man nicht immer mit Englisch oder Deutsch weiter kommt 🙂 Ordentlich gefüllt, ging es dann gen Hotel und wir huschten langsam in die Heia, denn der nächste Tag sollte zu Fuß bestritten werden…


Einleitung | 1. Tag | 2. Tag | 3. Tag | 4. Tag | 5. Tag | 6. Tag | 7. Tag | 8. Tag | 9. Tag | 10. Tag | 11. Tag | 12. Tag | 13. Tag | 14. Tag | Zur Bildergalerie