07. Reisetag: Bratislava – Mosonmagyarovár – Hedervár (4 + 24 km)


Der Wecker klingelte gegen 8:00 Uhr und wir schauten erstmal aus der Terassentür – mh, „Sommer, Sonne, Strand“ sieht anders aus! Also Wetter gecheckt dank Internet … auf ungarischer Seite mit 65 % Regenwahrscheinlichkeit ist zu rechnen. Also musste eine Strategie her, wie wir „trocken“ an unser Ziel kommen.
Also ging es wieder über die Donaubrücke rüber ins ins Plattenviertel Bratislava-Petržalka. Dort in einer „Kaufhalle“ etwas eingekauft und dann durch teilweise bereits sanierte und gar nicht so schlecht aussehende Plattenbauten. Der Himmel sah eigentlich wieder stabil aus, aber naja…
Am Bahnhof angekommen, klappte es auf Deutsch mit dem Kauf der Tickets. Leider hatte der Mitarbeiter nicht gesagt, dass der Zug gleich am ersten Gleis hält, wenn man den Zugang zu den Gleisen durchgeht. Da gerade ein passender Zug in wenigen Minuten kam und wir dann in Panik gerieten, das richtige Gleis zu finden, waren die Mühen dann doch vergebens und der Zug fuhr ohne uns weiter. Somit hatten wir dann eine Stunde Zeit, um uns von der „Strapaze“ zu erholen und durch andere Züge zu erkennen, dass wohl für den Personenverkehr nur das erste Gleis angesteuert wird.

Da der ÖBB-Zug dann schon bei Zeiten eintraf, konnten wir uns die radlerfreundlichen Plätze sichern. Und zum Glück ein modernerer Zug mit tiefem Einstieg! Es gesellte sich ein weiterer deutscher Radler zu uns, der auf dem Weg nach Wien und dann weiter nach Deutschland war. Wir mussten einen auf Drei-Länder-Eck machen, um nach Ungarn zu kommen. Also erstmal von Bratislava-Petržalka nach Parndorf. Interessant, dass die ÖBB-Zugbegleiterin dann ihren analogen Computer – sprich ein gedrucktes Fahrplanbuch herausholte und auf unser Fragen zwecks Umsteigen dann Parndorf Ort als Umsteigestelle empfahl. Wenn sie es sagt, wird es wohl stimmen. Also auch so gemacht. Da wir nach dem Ausstieg nur die Seite wechseln mussten, ging es leider wieder umständliche die Treppe wieder erstmal abwärts und die andere Seite wieder hoch. Didi hat sein Faltrad gefaltet und in die I**A-Tasche gepackt, Rucksack auf den Buckel und den Rest in die Hände genommen, fertig. Ich durfte jede Treppe zweimal nehmen – jeder Gang macht schlank 😉

Nach nur “wenigen” ( 😉 ) Minuten Wartezeit traf der nächste Zug ein – wenigstens auch wieder einer mit tiefem Einstieg und es wurde wieder das Fahrradabteil in Beschlag genommen. Der Himmel wurde derweil weiter radelfreundlicher, das erhöhte ebenso unsere Laune!


In Mosonmagyaróvár angekommen, hieß es erstmal für Didi, etwas an Euros in ungarische Forint umzutauschen und danach etwas einkaufen zu gehen. Es ist zwar erst Freitag, aber der Samstag (20. August) ist bekanntlich in Ungarn ein Nationalfeiertag und da sind die meisten Geschäfte zu. Auf der Suche nach einer Einkaufsmöglichkeit konnten wir ebenso die Vorbereitungen auf der Hauptstraße für das kommende Fest erleben und auch im P***Y-Markt merkte man an der Kasse, dass das Kleingeld ausging und es mit dem Wechselgeld teilweise haperte.

Alles Wichtige war zunächst erledigt und nun hieß es, noch knappe 30 km bis zum Campingplatz nach Ásványraró aus eigener Kraft abzuspulen. Und bei dem Blick nach oben und der mittlerweile zügig herannahenden grauen Wolkendecke hieß es auch, bissl zügig voran zu kommen! Ausgerechnet am Ortsende gab es doch tatsächlich mal bei mir eine Fahrradpanne. An das fast tägliche Kettenspringen beim Didi hatten wir uns ja bereits gewöhnt 🙂 Bei den nun ungewohnt doch relativ huggeligen Wegen löste sich eine Schraube meines rechten vorderen Seitengepäckträgers (Lowriders) zur Aufnahme einer Fahrradtasche und ich konnte regelrecht zusehen, wie die rechte Gepäcktasche auf einmal nach rechts wegzog. Sofort gestoppt und geschaut. Zum Glück hatte ich einige Ersatzschrauben mit in der Werkzeugdose gehabt und konnte das Problem schnell beheben. Der Schreck ließ auch schnell nach und es konnte wie gewohnt weitergehen 🙂

Die Route führte uns über parallel verlaufende Radwege durch kleine Ortschaften. Leider gab es immer wieder einige quer verlaufende Huggel, so dass wir mit unseren bepackten Rädern vorsichtig drüber fahren mussten. Sonst, wie bei mir auch geschehen, fallen einem bei zu viel Schmackes die Taschen ab 🙂 Ab und zu verspürten wir auch einige Regentropfen, die aber zu vernachlässigen waren. Was wir jedoch vermissten, war der Blick zur Donau, von der wir trotz Donauradweg nicht wirklich etwas sahen, nur Felder links und rechts im Flachland. Da wir an manchen Stellen Pfützen bzw. nasse Straßen sahen, beschlossen wir kurzentschlossen, im Ort (Hedervár) vorm eigentlichen Ziel eine fahrradfreundliche Pension anzusteuern.

Der Preis war moderat und wir nutzten auch gleich das hauseigene Restaurant neben den anderen Gästen. Danach ging es noch auf Erkundungstour durch den Ort. Didi sehnte sich nach einem Eis und wir fanden eine andere gastronomische Einrichtung, die sehr modern eingerichtet war, in der Didi dann zu seinem Eis kam. Mit dem Geschäftsführer, der sogar deutsch sprach, unterhielten wir uns kurz und steuerten unser Nachtdomizil an. Der Regen blieb jedoch aus, selbst über Nacht.


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